EIN BERICHT DER ETWAS ANDEREN ART

tobi


Ein Bericht, der etwas anderen Art:

Unsere Arbeit an der Notunterkunft sollte mittlerweile jedem mehr oder weniger bekannt sein. Der Deutschunterricht, der Kleiderladen, die bunten Abende, etc..

Doch unsere Arbeit geht darüber hinaus. Am vergangenen Wochenende durften wir einige Freunde von uns in ihrer Wohnung besuchen. Sie hatten es nach 4 Monaten endlich aus den Massenunterkünften heraus geschafft und durften ihre Wohnung beziehen. Natürlich fehlte es an Kleinigkeiten, Wäschekorb, Handtücher, Bettwäsche, Mülleimer und und und – ihr wisst selber , was man für die eigene Wohnung alles braucht. Einige Sachen haben wir zusammengetrieben und sind mit einem voll beladenen Auto nach Schwelm gefahren. Herzlichst wurden wir empfangen, jedoch mit dem ein oder anderen bösen Blick, weil es „zu viel“ war, was wir mitbrachten. Trotz allem hatten wir einen wunderschönen Abend zusammen, zudem auch einer von Ihnen Geburtstag hatte. Wir haben zusammen gekocht, gegessen, geredet und natürlich getanzt. Sie haben über ihre Heimat und Kultur erzählt. Wir haben ihnen die Sitten und Gewohnheiten in Deutschland geschildert. Auch über die Zukunft geredet; welche Vorstellungen sie haben, wie es umsetzbar ist und dass sie zurück nach Siegen möchten, wenn die Anträge durch sind.
Ausgerechnet Siegen? Ja genau! Die Stadt in der sie nach 7(!) Unterkünften seit der Einreise in Deutschland gelandet sind. Warum? Weil man sie hier herzlich empfangen hat, weil man mit ihnen auch mal eine Tour in die Stadt gemacht hat, sich zusammengesetzt hat und stundenlang Matta (Mate-Tee) getrunken und geredet hat, weil der Deutschunterricht auf sie angepasst war, weil man sich Zeit genommen hat. Weil wir sie einfach so genommen haben, wie sie sind. Hier ein riesen Dankeschön an das komplette RWS-Team. Ihr bezweckt mit eurer Arbeit etwas, trotz mancher Medien, die immer und immer wieder hetzen. Trotz so viel Hass und Missgunst. Macht weiter!
Bis in die frühen Morgenstunden ging das gemütliche Beisammensein. Danach schnappten wir uns Lappen und Besen und reinigten und räumten die Wohnung einmal gründlich auf.
Und obwohl wir schon früh zurückwollten, hat sich doch alles etwas gezogen und der Abschied fiel schwer.

Fazit:

Die Arbeit hört nicht auf, sondern fängt jetzt erst an. Es geht darum den Willen und den Ehrgeiz dieser Menschen sich zu integrieren, die deutsche Sprache zu lernen und zu arbeiten, zu fördern. Sie zu begleiten und zu unterstützen auf ihrem Weg. Sie begegnen uns mit Respekt und wenn wir davon etwas zurückgeben können, dann gewinnen wir Freunde. Das ist bei uns passiert und es ist eine echte Bereicherung.

Danke Jungs! Shukran!

 

 

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